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Prof. Dr. Emil Kautzsch

Textbibel

Das Alte Testament

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Die Sprüche.

Kapitel 1.

Einleitende Überschrift.

1 Sprüche Salomos, des Sohnes Davids,

des Königs von Israel,
2 daß man Weisheit und Zucht begreife,
Verständnis gewinne verständiger Reden,
3 daß man Zucht annehme, welche klug macht,
Gerechtigkeit und Sinn für das Rechte und Geradheit,
4 daß den Unerfahrenen Gescheidheit zu teil werde,
dem Jüngling Erkenntnis und Umsicht, -
5 durch Hören mehrt der Weise sein Wissen,
und gewinnt, wer verständig ist, den rechten Weg -
6 daß man Rede in Sprüchen und Bildern verstehe,
die Worte von Weisen und ihre Rätsel.

Erster Teil: Reden, die zum Trachten nach der Weisheit ermahnen.

7 Die Furcht Jahwes ist der Anfang der Erkenntnis;

Weisheit und Zucht wird von den Narren verachtet.
8 Gehorche, mein Sohn, der Zucht deines Vaters
und verwirf nicht die Weisung deiner Mutter!
9 Denn ein lieblicher Kranz sind sie für dein Haupt,
und ein Kettenschmuck an deinem Halse.
10 Mein Sohn, wenn dich die bösen Buben locken,
so folge nicht.
11 Wenn sie sagen: Gehe mit uns!
Wir wollen auf Blut lauern,
dem Unschuldigen ohne Ursache nachstellen;
12 wir wollen sie wie die Unterwelt lebendig verschlingen
und die Schuldlosen gleich denen, die in die Grube hinabfahren.
13 Allerlei kostbares Gut wollen wir gewinnen,
wollen unsere Häuser mit Raube füllen.
14 Du sollst gleichen Anteil mit uns haben;
wir alle wollen einen Beutel führen! -
15 mein Sohn, so wandle nicht des Wegs mit ihnen,
halte deinen Fuß von ihrem Pfade zurück.
16 Denn ihre Füße laufen zum Bösen
und eilen, Blut zu vergießen.
17 Denn vergeblich ist das Netz ausgespannt
vor den Augen aller Geflügelten.
18 Jene aber lauern auf ihr eigenes Blut,
stellen ihrem eigenen Leben nach.
19 Also ergeht es allen, die nach ungerechtem Gewinne trachten,
daß ihr Trachten ihnen das Leben nimmt.

20 Der Weisheit Rufe ertönen auf der Gasse,

auf den freien Plätzen läßt sie ihre Stimme erschallen.
21 An der Ecke lärmender Straßen ruft sie;
an den Eingängen der Thore, überall in der Stadt redet sie ihre Worte:
22 Wie lange wollt ihr Einfältigen Einfalt lieben,
und wie lange wollen die Spötter Lust zum Spotten haben,
und die Thoren Erkenntnis hassen?
23 Kehrt euch zu meiner Rüge,
so will ich euch meinen Geist sprudeln lassen,
will euch meine Worte kund thun.
24 Weil ich denn rief, und ihr euch weigertet,
ich meine Hand ausstreckte, und niemand darauf achtete,
25 ihr vielmehr allen meinen Rat in den Wind schlugt
und meiner Rüge nicht folgtet,
26 so will auch ich bei eurem Unglücke lachen,
will spotten, wenn Schrecken über euch kommt,
27 wenn einem Ungewitter gleich Schrecken über euch kommt,
und euer Unglück wie ein Sturmwind heranzieht,
wenn Not und Drangsal über euch kommen.
28 Alsdann werden sie mich rufen, aber ich werde nicht antworten;
sie werden mich suchen, aber nicht finden.
29 Darum, daß sie Erkenntnis haßten
und sich nicht für die Furcht Jahwes entschieden,
30 von meinem Rate nichts wissen wollten,
alle meine Rüge verschmähten:
31 So sollen sie von den Früchten ihres Wandels zehren
und sich an ihren eigenen Entschließungen satt essen.
32 Denn ihr eignes Widerstreben bringt die Einfältigen um,
und ihre eigne Sorglosigkeit richtet die Thoren zu Grunde.
33 Wer aber mir gehorcht, wird sicher wohnen
und wohlgemut sein, ledig aller Furcht vor Unheil.